Stand: 23. September 2026. Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt sind verschiedene Ansprüche. Der Unterhaltsvorschuss ist dagegen eine staatliche Leistung für ein Kind. Entscheidend ist deshalb zuerst, wer Geld benötigt und ob die Eltern verheiratet, getrennt oder bereits geschieden sind.
Für Kindesunterhalt gelten 2026 neue Bedarfssätze. Bei Ehegattenunterhalt gibt es dagegen keinen bundesweit festen Monatsbetrag. Diese Seite zeigt, welche Regelung zu Ihrer Situation passt, wie eine erste Rechnung aussieht und was Sie tun können, wenn die andere Seite nicht zahlt oder die Behörde den Unterhaltsvorschuss ablehnt.

Was ist 2026 neu?
- In der ersten Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle liegen die Bedarfssätze jetzt bei 486 Euro, 558 Euro, 653 Euro und 698 Euro. Die Altersstufen sind 0 bis 5, 6 bis 11, 12 bis 17 und ab 18 Jahre.
- Das Kindergeld beträgt 259 Euro je Kind. Bei minderjährigen Kindern wird es in der Regel zur Hälfte, also mit 129,50 Euro, auf den Tabellenbedarf angerechnet. Bei Volljährigen wird grundsätzlich das volle Kindergeld angerechnet.
- Die Zahlbeträge der ersten Einkommensgruppe liegen dadurch bei 356,50 Euro, 428,50 Euro und 523,50 Euro für Minderjährige. Für ein volljähriges Kind weist die Tabelle 439 Euro aus. Bei Volljährigen haften jedoch grundsätzlich beide Eltern nach ihren Einkommensverhältnissen.
- Die Selbstbehalte von 1.450 Euro für Erwerbstätige und 1.200 Euro für Nichterwerbstätige gelten nicht für jede Unterhaltsart. Das sind die notwendigen Selbstbehalte gegenüber minderjährigen und bestimmten privilegierten volljährigen Kindern.
Die vollständigen Werte und Erläuterungen stehen in der Düsseldorfer Tabelle 2026 des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Die Tabelle ist eine anerkannte Richtlinie, aber kein Gesetz. Sie weist den Bedarf aus. Bedarf und tatsächlicher Zahlbetrag sind nicht dasselbe. Mehr zur Auszahlung und zum Anspruch lesen Sie auf unserer Seite zum Kindergeld.
Welcher Unterhalt passt zu Ihrer Situation?
Kindesunterhalt: Der Anspruch gehört dem Kind
Lebt ein minderjähriges Kind überwiegend bei einem Elternteil, erfüllt dieser Elternteil seine Unterhaltspflicht meist durch Betreuung und Versorgung. Der andere Elternteil zahlt in der Regel Barunterhalt. Maßgeblich sind vor allem das unterhaltsrechtlich bereinigte Einkommen, das Alter des Kindes, weitere Unterhaltspflichten und die Leistungsfähigkeit.
Auch ein volljähriges Kind kann während Schule, Ausbildung oder Studium unterhaltsberechtigt sein. Dann müssen grundsätzlich beide Eltern entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit Barunterhalt leisten. Kindergeld und eigenes Einkommen des Kindes werden berücksichtigt. Das Familienportal des Bundes erklärt den Kindesunterhalt und die Unterstützung durch das Jugendamt.
Trennungsunterhalt: Zwischen Trennung und Scheidung
Trennungsunterhalt kommt in Betracht, wenn Ehegatten getrennt leben, aber noch nicht rechtskräftig geschieden sind. Ein Ehegatte muss bedürftig und der andere leistungsfähig sein. Die Höhe richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen sowie den Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Der Anspruch endet nicht automatisch nach einer festen Zahl von Monaten, endet aber grundsätzlich mit der Rechtskraft der Scheidung. Danach ist gesondert zu prüfen, ob nachehelicher Unterhalt besteht.
Eine erste amtliche Einordnung bietet das Familienportal zum Trennungsunterhalt. Die gesetzliche Grundlage ist § 1361 BGB.
Nachehelicher Unterhalt: Nur bei einem gesetzlichen Grund
Nach der Scheidung gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung. Unterhalt kommt nur in Betracht, wenn ein gesetzlicher Grund vorliegt, etwa Betreuung eines gemeinsamen Kindes, Alter, Krankheit, Erwerbslosigkeit, unzureichendes eigenes Einkommen oder eine ehebedingt unterbrochene Ausbildung. Höhe und Dauer hängen vom Einzelfall ab.
Es gibt keine Regel, nach der nachehelicher Unterhalt stets ein Drittel oder ein Viertel der Ehedauer gezahlt wird. Ein Anspruch kann herabgesetzt oder zeitlich begrenzt werden. Dabei spielen unter anderem ehebedingte Nachteile, Kinderbetreuung und die Dauer der Ehe eine Rolle. Das zeigen die Hinweise des Familienportals für Geschiedene sowie § 1578b BGB.
Betreuungsunterhalt bei nicht verheirateten Eltern
War der betreuende Elternteil nicht mit dem anderen Elternteil verheiratet, kann wegen der Betreuung des gemeinsamen Kindes ein eigener Unterhaltsanspruch bestehen. Ab der Geburt kommt dieser Anspruch mindestens für drei Jahre in Betracht. Danach hängt eine Verlängerung besonders von den Belangen des Kindes und den vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten ab. Das Geschlecht des betreuenden Elternteils spielt keine Rolle. Einzelheiten nennt das Familienportal zum Unterhalt nicht verheirateter Eltern.
Unterhaltsvorschuss: Leistung für das Kind
Unterhaltsvorschuss ist kein Ersatzanspruch des zahlungspflichtigen Elternteils. Die Leistung ist für ein Kind bestimmt, das in Deutschland bei einem alleinerziehenden Elternteil lebt und vom anderen Elternteil keinen, zu wenig oder nur unregelmäßig Unterhalt erhält. Für 12- bis 17-Jährige gelten zusätzliche Voraussetzungen im Zusammenhang mit Leistungen nach dem SGB II und dem Einkommen des alleinerziehenden Elternteils.
Die Monatsbeträge liegen 2026 bei 227 Euro bis 5 Jahre, 299 Euro von 6 bis 11 Jahren und 394 Euro von 12 bis 17 Jahren. Sie ergeben sich aus dem Mindestunterhalt abzüglich des vollen Kindergeldes. Gezahlter Unterhalt und bestimmte andere Leistungen können den Vorschuss mindern. Voraussetzungen und Beträge finden Sie beim Familienportal des Bundes. Auf Antragstellung.com gibt es außerdem eine eigene Seite zum Unterhaltsvorschuss und zur Antragstellung.
Kindesunterhalt 2026 berechnen
Für eine erste Orientierung gehen Sie in fünf Schritten vor:
- Ermitteln Sie das unterhaltsrechtlich bereinigte Nettoeinkommen. Der Betrag auf der Lohnabrechnung reicht dafür nicht immer aus. Je nach Fall werden etwa Steuern, Sozialabgaben, berufsbedingte Aufwendungen, bestimmte Schulden und weitere Unterhaltspflichten berücksichtigt.
- Ordnen Sie das Einkommen einer Gruppe der Düsseldorfer Tabelle zu. Die Tabelle geht von zwei Unterhaltsberechtigten aus. Bei mehr oder weniger Berechtigten kann eine andere Einstufung passend sein.
- Wählen Sie die Altersstufe des Kindes. Maßgeblich ist der Tabellenbedarf, nicht sofort der Überweisungsbetrag.
- Ziehen Sie bei einem minderjährigen Kind in der Regel das halbe Kindergeld von 129,50 Euro ab. Bei einem volljährigen Kind wird grundsätzlich das volle Kindergeld von 259 Euro abgezogen.
- Prüfen Sie Selbstbehalt, weitere Ansprüche und einen möglichen Mangelfall. Erst danach steht fest, welcher Betrag tatsächlich verlangt werden kann.
| Alter des Kindes | Bedarf bis 2.100 € bereinigtes Nettoeinkommen | Kindergeld-Anrechnung | Zahlbetrag laut Tabelle |
|---|---|---|---|
| 0 bis 5 Jahre | 486,00 € | 129,50 € | 356,50 € |
| 6 bis 11 Jahre | 558,00 € | 129,50 € | 428,50 € |
| 12 bis 17 Jahre | 653,00 € | 129,50 € | 523,50 € |
| ab 18 Jahre im Elternhaushalt | 698,00 € | 259,00 € | 439,00 € |
Beispiel: Achtjähriges Kind
Ein achtjähriges Kind lebt überwiegend bei einem Elternteil. Das bereinigte Nettoeinkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils liegt in der ersten Einkommensgruppe. Der Bedarf beträgt 558 Euro. Davon wird das halbe Kindergeld abgezogen: 558 Euro minus 129,50 Euro ergeben 428,50 Euro. Ob genau dieser Betrag geschuldet ist, hängt noch von weiteren Unterhaltsberechtigten, dem Selbstbehalt und möglichen Mehr- oder Sonderbedarfen ab.
Beispiel: Ehegattenunterhalt ist nur eine Näherung
Die Düsseldorfer Leitlinie setzt bei zwei Erwerbseinkommen als Ausgangspunkt 45 Prozent der Differenz der anrechenbaren Erwerbseinkommen an. Bei 3.000 Euro und 1.600 Euro wären das rechnerisch 630 Euro: 1.400 Euro Differenz mal 45 Prozent. Das ist noch kein Anspruchsbetrag. Kindesunterhalt, sonstige Einkünfte, Erwerbsobliegenheiten, Rang und Selbstbehalt können das Ergebnis ändern. Auch die Leitlinien des zuständigen Oberlandesgerichts sind zu beachten.
Gegenüber einem getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten nennt die Düsseldorfer Tabelle 2026 einen Selbstbehalt von 1.600 Euro bei Erwerbstätigkeit und 1.475 Euro ohne Erwerbstätigkeit. Gegenüber minderjährigen oder privilegierten volljährigen Kindern gelten dagegen 1.450 Euro beziehungsweise 1.200 Euro. Diese Werte dürfen nicht vermischt werden.
So gehen Sie vor und diese Unterlagen werden oft benötigt
Kindesunterhalt geltend machen
- Fordern Sie den anderen Elternteil nachweisbar schriftlich auf, Auskunft über Einkommen und Vermögen zu erteilen und Unterhalt zu zahlen.
- Stellen Sie Einkommensnachweise, Steuerbescheide, Angaben zu Krankenversicherung, Wohnkosten und weiteren Unterhaltspflichten zusammen. Für das Kind werden je nach Fall Geburtsurkunde, Meldeangaben, Nachweise über Schule oder Ausbildung und Belege über eigenes Einkommen benötigt.
- Lassen Sie den Anspruch berechnen. Der betreuende Elternteil kann sich beim Jugendamt beraten lassen und für ein minderjähriges Kind kostenlos eine Beistandschaft beantragen. Der Beistand ermittelt Einkommen, berechnet den Kindesunterhalt und kann das Kind nötigenfalls im gerichtlichen Verfahren vertreten. Das beschreibt das Familienportal zur Beistandschaft.
- Lassen Sie eine Einigung titulieren. Zahlt die andere Seite nicht freiwillig, kommt je nach Fall das vereinfachte Verfahren oder ein streitiges Verfahren beim Familiengericht in Betracht.
Trennungs- oder nachehelichen Unterhalt geltend machen
Halten Sie Trennungsdatum und Rechtskraft der Scheidung auseinander. Sammeln Sie insbesondere Einkommensunterlagen beider Seiten, Steuerbescheide, Nachweise über Wohn- und Versicherungskosten, Kinderbetreuung, Krankheit, Ausbildung sowie bestehende Unterhaltspflichten. Trennungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt sind eigenständige Ansprüche. Ein während der Trennung verlangter Betrag läuft nach der Scheidung nicht automatisch weiter.
Unterhaltsvorschuss beantragen
Den Antrag stellen Sie schriftlich oder elektronisch bei der Unterhaltsvorschussstelle, in der Regel beim Jugendamt Ihres Wohnorts. Häufig verlangt werden das ausgefüllte Formular, Ausweis oder Aufenthaltstitel, Geburtsurkunde des Kindes, Meldeangaben, Nachweise zur Vaterschaft, vorhandene Unterhaltstitel, Belege über Zahlungen des anderen Elternteils sowie gegebenenfalls Scheidungs- oder Trennungsunterlagen. Die zuständige Stelle kann weitere Nachweise anfordern. Der offizielle Ablauf steht auf der Seite „Wie kann ich Unterhaltsvorschuss beantragen?“.
Wenn Zahlung oder Antrag abgelehnt wird
Die andere Person verweigert Unterhalt
Dokumentieren Sie Forderung, Zustellung und Zahlungen. Fordern Sie Auskunft und Zahlung frühzeitig schriftlich. Unterhalt für vergangene Monate kann nach § 1613 BGB grundsätzlich erst ab dem Zeitpunkt verlangt werden, zu dem Auskunft verlangt wurde, Verzug eingetreten ist oder der Anspruch rechtshängig wurde. Für Kindesunterhalt sind Jugendamt und Beistandschaft die erste kostenlose Anlaufstelle. Bei Ehegattenunterhalt oder einem streitigen Gerichtsverfahren sollten Sie anwaltliche Beratung einholen.
Besteht bereits ein vollstreckbarer Titel, kann daraus vollstreckt werden. Ist der titulierte Betrag aus Sicht des zahlungspflichtigen Elternteils inzwischen zu hoch, darf er die Zahlung nicht einfach einstellen. Er muss eine Änderung des Titels erreichen. Umgekehrt kann ein zu niedriger dynamischer oder statischer Titel überprüft werden.
Die Unterhaltsvorschussstelle lehnt den Antrag ab
Verlangen beziehungsweise prüfen Sie den schriftlichen Bescheid und die Rechtsbehelfsbelehrung. Dort steht, ob Sie Widerspruch einlegen oder unmittelbar Klage erheben müssen, bei welcher Stelle das geschieht und welche Frist gilt. Häufig beträgt die Frist einen Monat nach Bekanntgabe. Das regeln für den Widerspruch § 70 VwGO und für die Klage § 74 VwGO. Maßgeblich ist aber die Belehrung in Ihrem Bescheid, weil das Vorverfahren nicht überall gleich ausgestaltet ist. Legen Sie den Rechtsbehelf fristwahrend ein und reichen Sie fehlende Nachweise mit Aktenzeichen nach.
Sie können den festgesetzten Unterhalt nicht zahlen
Als unterhaltspflichtiger Elternteil beantragen Sie den Unterhaltsvorschuss nicht für sich. Informieren Sie die andere Seite und lassen Sie Einkommen, Selbstbehalt und Titel sofort prüfen. Eine Arbeitslosigkeit oder Einkommenssenkung ändert einen bestehenden Titel nicht automatisch. Das Kind kann Unterhaltsvorschuss erhalten; die Behörde kann den zahlungsfähigen Elternteil später in Anspruch nehmen.
Offizielle Quellen
- Oberlandesgericht Düsseldorf: Düsseldorfer Tabelle, Stand 1. Januar 2026
- Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Kindesunterhalt
- Familienportal des Bundes: Was ist Unterhalt?
- Familienportal des Bundes: Trennungsunterhalt
- Familienportal des Bundes: Unterhalt für Geschiedene
- Familienportal des Bundes: Unterhaltsvorschuss



