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Pflegepauschbetrag: Ihren Anspruch und Steuerabzug prüfen

Von Maria H. • Aktualisiert am 5. Oktober 2026 • Geschätzte Lesezeit: 5 Minute

Der Pflegepauschbetrag mindert Ihr zu versteuerndes Einkommen, wenn Sie einen pflegebedürftigen Menschen persönlich zu Hause pflegen und dafür keine Einnahmen erhalten. Er ist keine Auszahlung und keine Erstattung in gleicher Höhe. Hier prüfen Sie die Voraussetzungen, ermitteln Ihren Anteil und stellen die Angaben für die Steuererklärung zusammen.

Wann kommt der Pflegepauschbetrag für Sie infrage?

Sie müssen die Pflege selbst in Ihrer Wohnung oder in der Wohnung der gepflegten Person durchführen. Die Wohnung muss in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum liegen. Dazu kommen ein anerkannter Pflegegrad ab 2 oder Hilflosigkeit und grundsätzlich die Voraussetzung, dass Sie für die Pflege keine Einnahmen erhalten. Als Angehörige oder nahestehende Person müssen Sie die Pflege tatsächlich selbst übernehmen; eine bloße organisatorische Betreuung genügt nicht.

Zwei Frauen sitzen nebeneinander auf einem Sofa
Für den Pflegepauschbetrag zählt die persönlich und unentgeltlich geleistete häusliche Pflege.

Prüfen Sie zuerst den Bescheid der Pflegekasse oder den Nachweis der Hilflosigkeit. Ein Schwerbehindertenausweis ohne das entsprechende Merkzeichen belegt nicht automatisch alle Voraussetzungen. Halten Sie fest, welche Pflege Sie persönlich übernehmen und wo sie stattfindet; eine Vollmacht allein ersetzt diese Angaben nicht.

Bezieht die gepflegte Person Pflegegeld, ist das nicht automatisch eine Einnahme der Pflegeperson. Wird es Ihnen als Vergütung weitergeleitet, schließt das den Pauschbetrag in der Regel aus. Die amtlichen Erläuterungen zum Pflege-Pauschbetrag (Abschnitt 6) erläutern diese Abgrenzung. Unschädlich ist die bloß treuhänderische Verwaltung nur, wenn damit ausschließlich Ausgaben der gepflegten Person bezahlt werden. Sie müssen die konkrete Verwendung nachweisen und fremdes Geld von Ihrem eigenen Vermögen trennen. Die Steuerfreiheit einer Zahlung allein sichert den Pauschbetrag nicht.

Wie hoch ist der Abzug und was sparen Sie tatsächlich?

Der jährliche Pflegepauschbetrag beträgt 600 Euro bei Pflegegrad 2, 1.100 Euro bei Pflegegrad 3 und 1.800 Euro bei Pflegegrad 4 oder 5. Bei nachgewiesener Hilflosigkeit gilt ebenfalls der Betrag von 1.800 Euro. Die Beträge und die Voraussetzungen stehen in § 33b Absatz 6 EStG; Pflegegrad 1 allein begründet keinen Anspruch.

Ändert sich der Pflegegrad im Kalenderjahr, zählt der höchste in diesem Jahr festgestellte Grad. Der Pauschbetrag wird vom Einkommen abgezogen, nicht direkt von Ihrer Steuer. Die tatsächliche Entlastung hängt deshalb von Ihrer steuerlichen Situation ab; ohne entsprechende Steuerbelastung entsteht daraus keine Auszahlung.

Wie teilen mehrere Pflegepersonen den Betrag?

Mehrere Pflegepersonen teilen den Pauschbetrag zu gleichen Teilen, sofern sie jeweils die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Entscheidend ist die Zahl dieser Personen, nicht, wer mehr Stunden übernimmt oder wer den Betrag tatsächlich in der Steuererklärung beantragt.

Rechenbeispiel nach der gesetzlichen Teilungsregel: Pflegen zwei anspruchsberechtigte Geschwister dieselbe Person mit Pflegegrad 4, beträgt der Anteil jeweils 900 Euro, also 1.800 Euro geteilt durch zwei. Verzichtet eines auf den Antrag, erhält das andere dadurch nicht automatisch den ganzen Betrag. Stimmen Sie die Angaben zur Zahl der Pflegepersonen vor der Abgabe ab.

Welche Angaben brauchen Sie für die Steuererklärung?

Beantragen Sie den Pflegepauschbetrag in Ihrer Einkommensteuererklärung im Bereich für außergewöhnliche Belastungen beziehungsweise Pflege-Pauschbeträge. Nutzen Sie die Felder des betreffenden Steuerjahres, statt sich auf alte Zeilennummern zu verlassen. Die Identifikationsnummer der gepflegten Person ist eine gesetzliche Voraussetzung.

Legen Sie vor der Eingabe folgende Angaben und Unterlagen bereit: Name und Steuer-ID der gepflegten Person, den Bescheid über den Pflegegrad oder den Nachweis der Hilflosigkeit, Pflegeort und Zeitraum sowie Angaben zu weiteren berechtigten Pflegepersonen. Dokumentieren Sie auch, ob Sie Zahlungen erhalten haben und welchem Zweck diese dienten. So können Sie Rückfragen beantworten, ohne Ihre Pflegesituation erst nachträglich rekonstruieren zu müssen.

Für den Pauschbetrag müssen Sie nicht jede einzelne Pflegeausgabe addieren; die Voraussetzungen müssen Sie aber nachweisen können. Wollen Sie stattdessen tatsächliche Aufwendungen nach § 33 EStG geltend machen, ist das eine andere Prüfung mit eigenen Voraussetzungen. Dieselben Aufwendungen dürfen nicht zugleich durch den Pauschbetrag und nochmals als Einzelkosten berücksichtigt werden.

Häufige Fragen

Dürfen Eltern eines Kindes mit Behinderungen Pflegegeld erhalten?

Das Pflegegeld, das Eltern für ihr Kind mit Behinderungen empfangen, zählt nach § 33b Absatz 6 EStG unabhängig von seiner Verwendung nicht als schädliche Einnahme. Die übrigen Voraussetzungen des Pflegepauschbetrags müssen trotzdem erfüllt sein. Übertragen Sie diese Ausnahme nicht auf jede andere Angehörigenpflege; dort ist weitergeleitetes Pflegegeld gesondert zu beurteilen.

Wird der Pauschbetrag gekürzt, wenn ich erst im Herbst zu pflegen beginne?

Der Pflegepauschbetrag ist ein Jahresbetrag und wird nicht nach Pflegemonaten gekürzt, wenn die Voraussetzungen im betreffenden Kalenderjahr erfüllt sind. Ein Beginn im Herbst führt daher nicht automatisch zu einem anteiligen Betrag. Prüfen Sie dennoch die persönliche Pflege, den anerkannten Pflegegrad und mögliche Einnahmen; bei mehreren berechtigten Pflegepersonen bleibt die Teilungsregel bestehen.

Kann ich für zwei gepflegte Menschen jeweils einen Pauschbetrag ansetzen?

Für mehrere gepflegte Personen kommt jeweils ein eigener Pflegepauschbetrag infrage, wenn Sie für jede Person die Voraussetzungen erfüllen. Erfassen Sie Pflegegrad, Identifikationsnummer, Pflegeort und weitere Pflegepersonen deshalb getrennt. Die Beträge richten sich nach der jeweiligen Pflegesituation; aus zwei betreuten Menschen folgt nicht automatisch zweimal der höchste Abzug ohne Prüfung der einzelnen Ansprüche.

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Maria H.
Schriftstellerin mit 5 Jahren Erfahrung, spezialisiert auf Sozialhilfe und Verwaltungsverfahren. Mein Ziel ist es, so viele Informationen wie möglich bereitzustellen und diese gleichzeitig so zu vereinfachen, dass jeder die Leistungen erhalten kann, auf die er Anspruch hat.

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