Der Geschwisterbonus erhöht Ihr Elterngeld um 10 Prozent, mindestens um 75 Euro beim Basiselterngeld oder 37,50 Euro beim ElterngeldPlus. Voraussetzung ist, dass weitere berücksichtigungsfähige Kinder in Ihrem Haushalt leben und die Altersgrenzen einhalten. Hier erfahren Sie, welche Kinder zählen, wie Sie den Zuschlag berechnen und was Sie für den Antrag prüfen sollten.
Welche Geschwister zählen für den Bonus?
Für den Geschwisterbonus reicht ein weiteres Kind unter drei Jahren im selben Haushalt. Sind die älteren Kinder bereits drei Jahre alt, müssen mindestens zwei weitere Kinder unter sechs Jahren dort leben. Das Kind, für das Sie Elterngeld beantragen, kommt jeweils hinzu.

Bei einem weiteren Kind mit Behinderung gilt eine Altersgrenze von 14 Jahren. Das Familienportal des Bundes nennt dafür einen Grad der Behinderung von mindestens 20 und erläutert die Sonderregeln zum Zuschlag.
Der Bonus setzt einen Anspruch auf Elterngeld voraus. Allein die Betreuung mehrerer Kinder genügt nicht. Für die Zählung müssen Sie für jedes berücksichtigte Kind die Voraussetzungen des § 1 Absatz 1 oder 3 BEEG erfüllen. Kinder Ihres Ehepartners und Kinder in Adoptionspflege können darunter fallen; ein Pflegeverhältnis ohne Adoptionsziel genügt für sich allein nicht. Eine deutsche Staatsangehörigkeit ist keine allgemeine Voraussetzung; bei ausländischen Eltern kann jedoch der Aufenthaltsstatus entscheidend sein.
Wie berechnen Sie den Zuschlag?
Beim Basiselterngeld vergleichen Sie 10 Prozent Ihres Elterngeldbetrags ohne Geschwisterbonus mit dem Mindestzuschlag von 75 Euro. Der höhere Betrag wird hinzugefügt. Diese Regel steht in § 2a BEEG. Beim ElterngeldPlus beträgt der Mindestzuschlag 37,50 Euro; die Berechnung folgt den zusätzlichen Regeln für ElterngeldPlus.
Rechenbeispiel ohne weitere Anrechnungen: Bei 600 Euro Basiselterngeld ergeben 10 Prozent zunächst 60 Euro. Weil das unter dem Mindestzuschlag liegt, kommen 75 Euro hinzu. Insgesamt wären es 675 Euro. Bei 1.200 Euro Basiselterngeld beträgt der Bonus dagegen 120 Euro, insgesamt also 1.320 Euro. Beide Beispiele setzen voraus, dass die Anspruchsvoraussetzungen im betreffenden Lebensmonat erfüllt sind.
Der Bonus ist ein Zuschlag zum errechneten Elterngeld. Er stellt nicht das frühere Einkommen vor der Geburt eines älteren Kindes wieder her. Prüfen Sie deshalb die Grundberechnung und den Geschwisterbonus getrennt. Der Partnerschaftsbonus betrifft dagegen zusätzliche ElterngeldPlus-Monate unter eigenen Voraussetzungen und darf nicht mit diesem Zuschlag verwechselt werden.
In welchem Monat endet der Geschwisterbonus?
Sie erhalten den Geschwisterbonus zum letzten Mal in dem Lebensmonat des jüngeren Kindes, in dem das maßgebliche ältere Kind die Altersgrenze erreicht. Danach entfällt er, wenn kein anderes Geschwisterkind die Voraussetzungen mehr erfüllt. Entscheidend sind die Lebensmonate des Kindes, für das Elterngeld gezahlt wird, nicht einfach die Kalendermonate.
Planungsbeispiel: Das jüngere Kind wurde am 10. eines Monats geboren. Seine Lebensmonate laufen jeweils vom 10. bis zum 9. des Folgemonats. Wird das einzige ältere Geschwisterkind am 18. drei Jahre alt, ist der Lebensmonat, der diesen Geburtstag enthält, der letzte mit Bonus. Markieren Sie diese Grenze in Ihrem Bezugsplan, bevor Sie mit dem Zuschlag für die gesamte Elterngeldzeit rechnen.
Was sollten Sie im Elterngeldantrag prüfen?
Geben Sie die berücksichtigungsfähigen Geschwisterkinder im Elterngeldantrag an und prüfen Sie die Nachweise, die das Formular Ihres Bundeslands verlangt. Der Bonus ist kein eigenständiges Förderprogramm. Eine pauschale Zusage, dass niemals zusätzliche Unterlagen nötig sind, wäre bei Adoption oder Behinderung irreführend.
- Notieren Sie die Geburtsdaten der älteren Kinder und prüfen Sie, welche von ihnen im selben Haushalt leben.
- Halten Sie die im Formular verlangten Nachweise bereit, bei Adoption insbesondere das Aufnahmedatum und bei Behinderung den entsprechenden Nachweis.
- Vergleichen Sie im Bescheid den Grundbetrag, den Geschwisterbonus und den letzten berücksichtigten Lebensmonat.
- Fehlt der Zuschlag, fragen Sie bei der zuständigen Elterngeldstelle nach und beachten Sie die Rechtsbehelfsbelehrung des Bescheids.
Nach § 7 BEEG wird Elterngeld rückwirkend nur für die letzten drei Lebensmonate vor Beginn des Lebensmonats gezahlt, in dem der Antrag eingeht. Warten Sie daher nicht auf eine unverbindliche Berechnung, wenn dadurch Monate verloren gehen könnten. Die Abstimmung mit dem Arbeitgeber für Ihre Elternzeit ersetzt den Elterngeldantrag nicht.
Häufige Fragen
Zählt bei einem Adoptivkind das Geburtsdatum oder das Aufnahmedatum?
Bei einem Adoptivkind zählt für den Geschwisterbonus die Zeit seit der Aufnahme in Ihren Haushalt anstelle des tatsächlichen Alters. Das gilt auch während der Adoptionspflege. Ab dem 14. Geburtstag wird das Kind nicht mehr berücksichtigt. Halten Sie deshalb neben dem Geburtsdatum auch das belegbare Aufnahmedatum für die Prüfung bereit.
Bekomme ich für Zwillinge automatisch auch den Geschwisterbonus?
Zwillinge lösen nicht allein durch ihre gemeinsame Geburt einen Geschwisterbonus aus; für sie gibt es den Mehrlingszuschlag. Dieser beträgt beim Basiselterngeld 300 Euro für das zweite und jedes weitere Mehrlingskind, beim ElterngeldPlus jeweils 150 Euro. Ein zusätzlicher Geschwisterbonus ist möglich, wenn weitere berücksichtigungsfähige Kinder im Haushalt die Voraussetzungen erfüllen.
Was passiert, wenn ich noch Elterngeld für das ältere Kind bekomme?
Elterngeld für das ältere Kind wird auf das Elterngeld für das jüngere Kind angerechnet; zwei volle Zahlungen dürfen Sie deshalb nicht einfach addieren. Für das jüngere Kind bleiben mindestens 300 Euro Basiselterngeld oder 150 Euro ElterngeldPlus zuzüglich des Geschwisterbonus. Lassen Sie beide Bezugspläne gemeinsam prüfen, wenn sich die Zahlungen überschneiden.



