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So beantragen Sie Wohngeld als Unterstützung für Ihre Wohnkosten

Von IntFormalities
Aktualisiert am 13. Oktober 2023
Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Egal, ob Mieter oder Eigentümer – wer in Deutschland mit wenig Einkommen auskommen muss, hat gesetzlichen Anspruch auf Wohngeld. Dieses hilft Ihnen, die Kosten für Ihr Zuhause zu bestreiten. Welche Voraussetzungen Sie für Wohngeld erfüllen müssen, wie hoch Wohngeld ausfallen kann und was beim Antrag auf Wohngeld zu beachten ist, lesen Sie hier.

Wohngeld in Deutschland

Was ist Wohngeld?

Wohngeld ist eine staatliche Unterstützung, die es bereits seit 55 Jahren gibt. Sie ist für Menschen mit geringem Einkommen gedacht, die Hilfe bei ihren Mietzahlungen oder (bei Eigentümern) dem Wohnungsunterhalt benötigen, sofern sie ihre Immobilie selbst bewohnen.

Eigentümer erhalten dabei Zuschüsse für die Zinsen und die Tilgung ihrer Kreditraten sowie für die Kosten für die Bewirtschaftung ihres Wohnraums (beispielsweise Instandhaltungskosten, Betriebskosten ohne Heizkosten und Verwaltungskosten).

Für Mieter gibt es Unterstützung zur Bruttokaltmiete. Das heißt, Warmwasser und Heizung werden nicht bezuschusst, Stromkosten ebenso wenig. Es gibt allerdings eine CO2-Komponente, die die gestiegenen Heizkosten durch die CO2-Bepreisung auffangen soll.

Wer kann Wohlgeld beantragen? 

Wohngeld ist für Menschen mit Wohnsitz in Deutschland, die über dem Existenzminimum leben, allerdings mit geringem Einkommen auskommen müssen. 

Wohngeld ohne Einkommen: Wer andere Sozialleistungen wie das Bürgergeld bezieht, bei dem Wohnkosten schon inkludiert sind, kann kein Wohngeld beantragen. Sie benötigen also eigenes, nicht-staatliches Einkommen für den Antrag auf Wohngeld.

Welche Wohnarten sind möglich, wenn ich Wohngeld beantragen möchte? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Miete: Sie leben zur Miete in einem Haus, einer Wohnung oder einem Zimmer.
  • Untermiete: Sie haben einen Untermietvertrag für ein Haus, eine Wohnung oder ein Zimmer.
  • Eigentum: Sie besitzen Ihr Haus oder Ihre Wohnung selbst.

Voraussetzungen für die Beantragung von Wohngeld

Diese Punkte sind grundsätzlich zu beachten, wenn Sie Wohlgeld beantragen wollen:

  • Sie fallen unter die Einkommensgrenze, die Ihre Region festgelegt hat.
  • Sie haben keinen Wohnraum mit einer Größe weit über Ihrem Bedarf. Dieser Bedarf ist je nach Haushaltsgröße sehr variabel, informieren Sie sich hierzu individuell bei Ihrer Wohngeldbehörde.
  • Sie beziehen keine Transferleistungen (beispielsweise Grundsicherung für Arbeitssuchende, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung), bei denen die Kosten für Wohnen bereits miteingerechnet werden.

Wohngeld kann jedoch durchaus mit anderen staatlichen Unterstützungen zusammen bezogen werden: Kindergeld, Kinderzuschlag und Bildungs- und Teilhabeleistungen (wie etwa die Übernahme der Kosten für eine Klassenfahrt) sind für das Wohngeld nicht relevant.

Außerdem wichtig: Sie haben eine Immobilie gekauft? In diesem Fall müssen Sie selbst darin wohnen, um Wohngeld beziehen zu können.

Wohngeld beantragen: So geht’s Schritt für Schritt

1. Formular beziehen

Das Antragsformular für Wohngeld erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Wohngeldbehörde. Diese befindet sich innerhalb der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung.

Tipp: Sie können sich bei der Wohngeldbehörde auch vorab beraten lassen, um über Ihre Ansprüche umfassend Bescheid zu wissen.

2. Nachweise sammeln

Sie benötigen Kopien (wichtig!) von folgenden Nachweisen, die Sie dem Antrag 

beilegen müssen:

  • Einkommensnachweise (Lohnabrechnungen, Unterhaltszahlungen, sonstige Einkünfte)
  • Nachweise zu Ihren Mietkosten oder Belastungen für die Eigentumsimmobilie (Mietvertrag, Tilgungsvertrag, Rechnungen etc.)

3. Antrag abschicken

Bei einigen Wohngeldbehörden geht das bereits online, ansonsten füllen Sie den Antrag manuell aus und senden Sie ihn mit den Nachweisen an die zuständige Behörde.

Wird Ihr Antrag bewilligt, ist er für 18 Monate gültig und muss dann erneuert werden.

Wie kann man Wohngeld berechnen? Jetzt nachsehen in der Wohngeldtabelle 2023

Sie können online Wohngeldtabellen abrufen, die aufschlüsseln, wie viel Wohngeld Haushalten verschiedener Größen grundsätzlich zusteht. Die aktuellen Wohngeld 2023 Tabelle 2023 finden Sie hier

Wichtig hierfür:

Je nachdem, wo Sie leben, befinden Sie sich in einer anderen Wohngeldstufe. Das ist der Höchstbetrag, der bezuschusst werden kann. Die Wohngeld Höhe hängt von drei Dingen ab: 

  • Wie viele Menschen in Ihrem Haushalt sind bezüglich des Einkommens zu beachten?
  • Wie hoch ist Ihr wohngeldrechtliches Gesamteinkommen? (Das heißt, es ist rechtlich geregelt, welches Einkommen für die Berechnung herangezogen wird.)
  • Wie hoch ist Ihre zuschussfähige Miete beziehungsweise bei Eigentümern die Belastung?

Zudem wichtig: Wohngeld ist seit 2022 dynamisch. Es wird also alle zwei Jahre an die gestiegenen Kosten angepasst.

Wie viel Wohngeld bekomme ich? Jetzt ausrechnen mit dem Wohngeld Rechner

Es gibt einen offiziellen Wohngeld 2023 Rechner online beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Er ist nicht verbindlich, da Ihre zuständige Wohngeldbehörde die Berechnung genau durchführen muss. Sie können aber Ihre Daten für eine erste Orientierung eingeben, um zu sehen, ob und in welcher Höhe etwa Sie anspruchsberechtigt sein könnten.

Ab 2023 gibt es neue Änderungen zum Wohngeld, die der Wohngeldrechner 2022 noch nicht miteinbezieht. Nutzen Sie also die neueste Version “Wohngeldrechner 2023”, die Sie hier finden. 

An welche Stelle kann ich mich wenden bei Fragen zum Wohngeld?

Es gibt für jeden Wohnort eine Wohngeldbehörde, die für Ihre Region zuständig ist. Informieren Sie sich auf der Website Ihrer Stadt oder Gemeinde, wie die Zuständigkeit in Ihrem Fall geregelt ist.

Bei dieser Wohngeldgeldbehörde können Sie sich auch ausführlich beraten lassen – ein Angebot, das Sie vorab nutzen sollten, um Ihre Rechte zu kennen.

Das Wichtigste zum Wohngeld in Kürze

Wohngeld unterstützt Menschen, die sich selbst versorgen, aber geringes Einkommen haben. Sowohl Mieter als auch Untermieter und Eigentümer können Zuschüsse für ihre Wohnaufwendungen bekommen.
Abhängig ist die Höhe des Wohngelds von der Haushaltsgröße, den Einkommensgrenzen des jeweiligen Wohnorts und der Höhe der Aufwendungen. Jede Stadt und Gemeinde hat eine eigene Wohngeldbehörde, die die Grenzen individuell festlegt. Bei Fragen können Sie sich hier umfassend beraten lassen.

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